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Freitag, 20. Januar 2023

[Rezension] Der Erstgeborene

 



Originaltitel: Lying beside You
Herausgeber  :  Goldmann Verlag (28.12.2022)
Seiten: 496
ISBN-10 3442316170
ISBN-13  :9783442316175


Klappentext 
Der Psychologe Cyrus Haven berät die Polizei in Nottingham bei der Aufklärung von Straftaten. Dabei wurde er als Jugendlicher selbst Opfer eines Verbrechens: Sein geistig verwirrter Bruder Elias ermordete die gesamte Familie, nur Cyrus überlebte das Massaker. Nun, 20 Jahre später, soll der angeblich geheilte Elias in Cyrus' Obhut entlassen werden – und konfrontiert diesen auf brutale Art mit seiner Vergangenheit. 
Zudem muss der Psychologe sich noch um sein Mündel Evie Cormac kümmern: eine aufsässige Teenagerin mit der Gabe, jede Lüge zu enttarnen. Als Cyrus in einem Mordfall ermittelt und Evie dem Täter allzu nahe kommt, geraten sie beide in tödliche Gefahr ...


                                                            Meinung 


Michael Robotham konnte mich mit seinem Buch „Wenn du mir gehörst“ sehr von sich überzeugen. Ich hatte das Buch einfach nur verschlungen.

„Der Erstgeborene“ ist der 3. Band der Cyrus-Haven-Reihe, dennoch kann man dieses Buch unabhängig von den anderen Teilen lesen. Es wäre natürlich vorteilhaft, da man die Vorgeschichte besser kennt. Jedoch erfährt man in diesem Buch genaueres über die Vergangenheit der Protagonisten und kommt somit problemlos in die Geschichte hinein.

 

Wie der Titel schon sagt, lernen wir den älteren Bruder von Cyrus Haven kennen. Cyrus ist mit seinen 33 Jahren ein junger forensischer Psychologe und Profiler. 

Er machte einen unfassbar positiven Eindruck auf mich, denn er stellt einen großzügigen und gerechten Charakter dar, der sich sehr gut in andere hineinversetzen kann.

Mir gefiel sein fürsorglicher Umgang mit Evie, denn obwohl sie 21 Jahre alt ist, stellt er mit seiner Erfahrung und seinem Bildungsstand eine Autoritätsfigur für sie dar. Dies ist natürlich nicht nach Evies Vorstellung, denn sie hegt Gefühle für ihn, die er jedoch nicht erwidert.

 

Elias, 39 Jahre, wird von einem Komitee nach jahrelangem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik für tageweise Verlassung in die Obhut seines Bruders entlassen. 

Großer Kritikpunkt: Ich habe kaum etwas über ihn erfahren. Obwohl er im Titel und Klappentext erwähnt wird, stellt er kaum eine Rolle im Thriller dar. Er war einfach eine Nebenfigur, die zum Schluss kurz seinen Auftritt hatte.  

 

Evie wohnt nach einem schrecklichen Vorfall bei Cyrus, der ihr beim Neustart und Zurechtkommen in die Gesellschaft hilft. 

Evie wirkte zeitweise kindlich, obwohl sie sich Cyrus gegenüber erwachsen beweisen möchte, trifft sie immer wieder naive Entscheidungen. Dies führt auf ihr Traumata zurück, welches sie an einigen alltäglichen Tätigkeiten einholt und sie sich nicht unter Kontrolle hat. Zeitweise machte sie auf mich den Eindruck einer unbeholfenen Teenagerin. Da tat ihre besondere Gabe, nämlich zu Erkennen ob jemand lügt, nichts zur Sache. In einigen Momenten musste ich nur die Augen rollen, weil ihr Verhalten nicht nachvollziehbar war und sie selbst merkte, dass sie sich kindisch verhielt. 

 

Zu Beginn habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Ich fand die Handlung spannend, ich fand die Charaktere gut ausgearbeitet und die Grundidee einfallsreich. Aber die Umsetzung war nicht spannend genug, bzw. es entsprach nicht meinen hohen Erwartungen, denn der Klappentext versprach viel mehr, als dass das Buch hergab. Zeitweise war ich gefesselt von der Szene, aber das Gesamtbild konnte mich nicht überzeugen. 

 

Zum Großteil empfand ich das Buch als langatmig. Dies passierte mir bei seinem letzten Buch gar nicht. 

Die Handlung verlief in eine ganz andere Richtung und es hatte kaum etwas mit dem Klappentext und dem Titel zu tun. Zum Teil hatte ich das Gefühl, ich hätte ein anderes Buch in der Hand. Außerdem war das Ende so vorhersehbar, dass es mich nicht überraschte.

 

                                                    Fazit

Obwohl ich einen sehr guten Start mit dem Autor hatte, wurde ich mit diesem Teil unfassbar enttäuscht. Die Konstellation von Cyrus und Evie hat mir gefallen, dennoch schafften sie, mich von dem Gesamtbild nicht zu überzeugen. Es gefehlten mir die überraschenden Wendungen. Stattdessen bekommt man alles das geliefert, was man schon oft in anderen Thrillern gelesen hat.





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Dank an den Goldmann-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars




Dienstag, 10. Januar 2023

[Rezension] Wenn du mir gehörst




  • Originaltitel: When You Are Mine
  • Herausgeber ‏ : ‎ Goldmann Verlag 
  • Broschiert ‏ : ‎ 512 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎  3442493617 
  • ISBN-13 : 978-3442493616

Klappentext


Der jungen Londoner Polizistin Phil McCarthy steht eine große Karriere bevor. Bis sie zu einem Fall häuslicher Gewalt gerufen wird. Denn der Täter ist ein hochdekorierter Detective, der seine Geliebte Tempe schwer misshandelt hat. Als Phil diese zu schützen versucht, wird sie suspendiert. Zumindest Tempe zeigt sich dankbar: Die beiden Frauen werden enge Freundinnen, sind bald unzertrennlich. Doch allmählich wird Phil misstrauisch: Etwas an der Geschichte der  jungen Frau scheint nicht zu stimmen. Ist Tempe wirklich ein unschuldiges Opfer? Spätestens, als eine Leiche in Phils Umfeld auftaucht, weiß sie nicht mehr, wem sie trauen kann…


Kritik


Michael Rotbotham gehört zu den Autoren, die ich auf dem Schirm habe, aber denen ich nie eine Chance gab. Doch mit diesem Buch weckte er sofort mein Interesse. 

 

Eine junge Polizistin, die stets an Gerechtigkeit glaubt, bekommt genau das Gegenteil zu spüren. Man liest nicht jeden Tag Bücher, in denen die Hauptprotagonistin eine Polizistin ist. 

Philomena, genannt Phil, ist eine starke Persönlichkeit, die aufgrund des männerdominierenden Berufs kühl und unnahbar war. Den einen stört diese Eigenschaft, mir hat es gefallen, denn sie wirkte nicht naiv. Je mehr man sie kennenlernte, desto mehr bekam man die emotionale Seite von ihr mit. Als sie Tempe und ihren Fall immer weiter an sich ranlässt, spürt man, wie sie die Kontrolle über sich und ihr Umfeld verliert. Aus diesem Grund finde ich sie sehr interessant. Sie entwickelte sich im Verlauf der Handlung immer weiter und war nicht mehr der Mensch, den man kennenlernte.  

 

Tempe wirkt zu Beginn wie das typische Opfer häuslicher Gewalt, doch nach und nach entwickelt sie sich zu einer unkontrollierbaren Psychopathin, die ein Nein nicht akzeptiert. Gerade Phils vertrauenswürdige Art konnte sie gut für sich ausnutzen. Als Leserin wusste ich, wie sehr sie Phil manipulierte, doch der Autor schaffte es, dass Phil nicht die wahre Person hinter der Fassade zu Gesicht bekam. Doch zum Ende hin bröckelt ihre Maske…

 

Der Schreibstil des Autors war unbeschreiblich gut. Er schaffte es stets, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Wenn es Momente gab, in denen es ruhig wurde, dann schockierte er mit einem Vorfall, der mich nur zum Weiterlesen zwang. 

Er schreibt detailtreu, aber nicht zu langatmig. Man lernt sofort Phil und ihren Beruf kennen. Anschließend geht er ohne langes Umherschweifen auf die Grundhandlung an. 

Gleichzeitig gefielen mir seine Übergänge, die mit schleichender Spannung zu einem großartigen Ende führten. Ich hätte mir dahingehend kein besseres Ende vorstellen können, obwohl es mich schockierend zurückließ. 

Der Autor schaffte es all seinen Protagonisten eine unverwechselbare und interessante 

Persönlichkeit zu verleihen. 

 

 

Fazit

Großartiger Thriller, der mich durch seinen grandiosen Spannungsbogen und den Protagonisten in seinen Bann zog. 



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Dank an den Goldmann-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars




Dienstag, 24. März 2020

[Rezension] Meine wunderbare Frau


  • Originaltitel: My lovely Wife
  • Autorin: Samantha Downing
  • Broschiert: 464 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (23. September 2019)
  • ISBN-10: 3442205743
  • ISBN-13: 978-3442205745
  • Link zum Goldmann Verlag *KLICK* und amazon *klick*

Klappentext
Unsere Geschichte ist wie die von vielen anderen. Ich bin einer wunderbaren Frau begegnet. Wir haben Kinder bekommen und sind in die Vorstadt gezogen. Wir haben uns von unseren größten Träumen und unseren dunkelsten Abgründen erzählt. Und dann ist uns langweilig geworden. Wir sehen aus wie ein ganz normales Paar. Wir sind die netten Nachbarn, zu denen die Kinder zum Spielen kommen und die man gerne zum Essen einlädt. Aber wir haben ein Geheimnis, um unsere Ehe lebendig zu halten. Eine ganz besondere Vorliebe. Eine, die uns die Macht gibt, über Leben und Tod zu entscheiden ...

Kritik

Der Klappentext klang nicht nur vielversprechend, sondern auch nach einem Buch voller dunkler Geheimnisse.

Eine Frau und ihr Mann führen in einem schönen Haus und zwei wunderbaren Kindern ein wohlhabendes Leben. Sie haben alles was man sich wünschen kann. Doch genau das reicht dem Paar nicht aus, und so entdecken sie eine Leidenschaft für sich, die nicht nur verboten ist, sondern über jede Norm hinausgeht. Aus dem Grund darf niemand davon erfahren, aber so eine Vorliebe können sie nicht so einfach unterm Teppich kehren…

Die Handlung wird in der Gegenwart aus der Perspektive des Ehemanns erzählt. Dies hat sowohl positive als auch negative Aspekte: Durch die Perspektive und die Zeitform kann man sich sehr gut in den Protagonisten hineinversetzen und ist mitten im Geschehen. Jedoch fehlte mir dann die Sicht der Ehefrau, Millicent, denn diese handelte ohne das Wissen ihres Ehemanns. Ich tappte im Dunkeln, da ich die Absicht ihres Handelns nicht nachvollziehen konnte. Mir ist klar, dass die Autorin dem Leser häppchenweise Informationen zuwerfen wollte, dennoch hätte sie zum Ende hin aus der Perspektive von Millicent erzählen können.

Unser Haupterzähler, dessen Namen man nicht erfährt, schien auf mich nicht sehr ausdrucksstark. Dementsprechend ist es mir schwergefallen, mir ein Bild von ihm zu machen. Er ist ein liebevoller Vater, der sein Leben für das seiner Kinder opfern würde. Dennoch merkte ich, wie wenig Einfluss er auf seine Frau hatte und sie das Alphatier im Haus war. Während der Handlung erzählt er abwechselnd davon, wie er und Millicent sich kennengelernt haben. Dementsprechend konnte ich es mir zusammenreimen, wie beide zu dem geworden sind, was sie jetzt sind.

Millicent war mir von Anfang an sehr unsympathisch und eiskalt. Sie ist nicht die typische liebevolle Mutter, sondern ein Kontroll-Freak, die Regeln aufstellt und wenn jemand sie nicht einhält, muss er bestraft werden. Zum Ende hin wurde sie skrupellos und narzisstisch, denn sie nahm keine Rücksicht auf ihre Mitmenschen. Sie ist eine kaltblütige Person, die jegliche Zärtlichkeit verabscheut. Im Gegensatz zu ihrem Mann, der sich danach sehnt.

Das Buch ist sehr flüssig und einfach geschrieben. Durch die kurzen Kapitel und die Cliffhanger konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich musste unbedingt wissen, was als nächstes passiert.

Trotz allem beinhaltete das Buch wenig Spannung und Nervenkitzel. Es driftete zeitweise in Richtung Familiendrama. Die geheime Vorliebe ließ die Autorin eher im Hintergrund und legte ihr Augenmerk auf die Probleme innerhalb der Familie.

Fazit
Ein vielversprechendes Buch, welches von der Hauptthematik abwich und in Richtung Familiendrama überging. Zudem wurden die Protagonisten nicht gut ausgearbeitet, so konnte man ihr Handeln nicht ganz nachvollziehen. Mit wenig Twist konnte mich die Autorin überzeugen und zum Weiterlesen motivieren. 

Die Autorin
 Samantha Downing wurde in Kalifornien geboren und lebt heute in New Orleans. Schon von klein auf war sie eine begeisterte Leserin und hat mit ihrem hochgelobten Debütroman »Meine wunderbare Frau« ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht, dem sie definitiv treu bleiben wird.



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Mittwoch, 26. Februar 2020

[Rezension] Todesfrist



  • Originaltitel: Todesfrist
  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (März 2013)
  • ISBN-10: 9783442478668
  • ISBN-13: 978-3442478668
  • Link zum Goldmann Verlag [*KLICK*] und amazon [*klick*]


 Klappentext
 »Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie.« Mit dieser Botschaft beginnt das perverse Spiel eines Serienmörders. 
Er lässt seine Opfer verhungern, ertränkt sie in Tinte oder umhüllt sie bei lebendigem Leib mit Beton. Verzweifelt sucht die Münchner Kommissarin Sabine Nemez nach einer Erklärung, einem Motiv. 
Erst als sie einen niederländischen Kollegen hinzuzieht, entdecken sie zumindest ein Muster: Ein altes Kinderbuch dient dem Täter als grausame Inspiration – und das birgt noch viele Ideen ...
[Klappentext: randomhouse.de/goldmann] 
Kritik


Andreas Gruber gehört zu den bekanntesten und am meist gelesenen Krimi- und Thrillerautoren im deutschsprachigen Raum. Daher reizte es mich umso mehr, warum er als „Meister des Genres“ bezeichnet wird. Da seine Bücher aufeinander aufbauen, wollte ich seine Reihe um Sabine Nemez und Martin S. Sneijder mit „Todesfrist“ beginnen.

Ich werde meine Meinung zu dem Buch kurz fassen, denn nur ein kleines Detail könnte zu viel verraten.
Eines kann ich verraten: Das Buch sollte man erst lesen, wenn man sich nicht vor detaillierten Grausamkeiten und Abscheulichkeiten fürchtet. Davor schreckt der Autor keineswegs.

In München wird die Leiche einer stark zugerichteten Frau aufgefunden. Es stellt sich raus, dass die Frau keine Unbekannte ist. Als die Polizei nicht weiter weiß, ziehen sie den niederländischen Profiler, Martin S. Sneijder, hinzu. Mit seiner Hilfe kommen sie dem Mörder innerhalb und außerhalb von Deutschland auf die Schliche. Doch dann fällt ihnen sein Muster, wonach er seine Morde ausübt, auf. Zudem wurden die Opfer, die unerträglichen Qualen über sich ergehen lassen müssen, bewusst ausgewählt. So fragen sich die Ermittler, in welchem Verhältnis stehen die Opfer zu dem Serienmörder und welches ist das nächste? Das Spiel um Leben und Tod beginnt…

Ich habe das Buch gelesen, ohne den Klappentext zuvor gelesen zu haben. Nach dem ersten Kapitel saß ich mit offenem Mund da und es stellte sich mir die Frage, wie ein Autor so erschreckend und fesselnd beginnen kann. Daher musste ich unbedingt weiter lesen. Es war wie ein Strudel aus dem ich nicht raus kam. Der Schreibstil war absolut packend und atmosphärisch, weshalb ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Das Setting wurde vom Autor so realistisch beschrieben, dass man sich jede Szene bildlich vorstellen konnte.

Die Handlung wird aus den Perspektiven vieler Personen erzählt, die dann am Ende eine Einheit bilden.

Das Buch hat viele grausame Stellen und wurde brutal beschrieben. Aus dem Grund ist es nichts für schwache Nerven. Denn auch ich musste zeitweise schlucken, da die eine oder andere Szene mir unter die Haut ging und bei mir eine Gänsehaut verursachte.

Die Protagonisten wurden authentisch beschrieben. Jeder einzelne entwickelte sich im Verlauf der Geschichte weiter. Ich mochte unsere Hautprotagonisten, denn die könnten nicht unterschiedlicher sein, und trotzdem gaben sie ein perfektes Team ab.

Sneijder ist jemand, dem man entweder mag oder nicht. Ich persönlich mochte ihn sehr, denn er ist mit seinem sarkastischen und zugespitzten Sprüchen und Humor einfach einzigartig. So einen Charakter habe ich bisher noch nicht kennengelernt. Allein sein äußeres Erscheinungsbild ist ungewöhnlich und seine Denkweise ist fragwürdig.

Sabine ist mit ihren 26 Jahren noch ein Küken und muss sich hier und da durchschlagen. Sie ist eine sympathische Protagonistin, denn sie ist stets bodenständig und sanftmütig. Sabine weiß, wie sie sich gegenüber Opfern und anderen Leuten zu verhalten sollte. Zeitweise brachte sie Sneijder während ihrer Ermittlung auf dem Boden der Tatsache und musste ihn aufziehen. Ich denke, das war auch der Grund, weshalb er sie mochte. Zudem faszinierte sie mich –und auch Sneijder- mit ihrer Auffassungsgabe und wie gut und schnell sie Zusammenhänge schließen konnte. Wozu sie in der Lage war, schaffte keine andere.
Fazit
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© Fotowerk aichner
Andreas Gruber hat einen weltklassen Thriller erschaffen, der spannend und fesselnd umgesetzt wurde. Zwei unterschiedliche Persönlichkeiten sind auf der Suche nach einem Serienmörder, der dann aufhört, wenn die Geschichten zu Ende erzählt wurden. Ich freue mich schon auf seine nächsten Werke!

 Der Autor
Andreas Gruber, 1968 in Wien geboren, lebt als freier Autor mit seiner Familie in Grillenberg in Niederösterreich. Mit seinen bereits mehrfach preisgekrönten Romanen steht er regelmäßig auf der Bestsellerliste.




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Sonntag, 19. Januar 2020

[Rezension] The Wife


  • Originaltitel: The Walls
  • Taschenbuch: 480 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag (15. April 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442488079
  • ISBN-13: 978-3442488070
  • Link zum Goldmann Verlag [*Klick*] und amazon [*klick*]
Klappentext
 Kristy arbeitet im Todestrakt eines Hochsicherheitsgefängnisses. Kein Traumjob, aber die alleinstehende Mutter muss nicht nur für ihren Sohn, sondern auch für ihren kranken Vater sorgen. Kristys Schicksal scheint sich zu wenden, als sie den charmanten Lance kennenlernt, und er sie bittet, seine Frau zu werden. Kristy sagt überglücklich ja. Doch Lance ist ein perfider Sadist, der seiner Frau das Leben zur Hölle macht. Aber als er auch ihren Sohn und ihren Vater bedroht, geht er zu weit. Kristy hat in ihrem Job viel über Mord und Totschlag gelernt – und sie würde alles tun, um ihre Familie zu schützen. Wirklich alles …


Kritik
Hollie Overton konnte mich trotz des packenden Klappentext zu „Babydoll“ nicht zu 100 % von sich überzeugen, dennoch wollte ich die Autorin weiterhin auf dem Schirm behalten.
Als ich sah, dass ihr zweites Werk erschien ist, musste ich es lesen, denn der Klappentext erinnerte mich an meine liebsten Autorinnen wie Joy Fielding, Sandra Brown oder Gwen Hunter.

Die junge Kristy geht jeden Tag ohne große Motivation in das Hochsicherheitsgefängnis und muss zusehen, wie Straftäter hingerichtet werden. Zudem liegt ihr Aufgabenbereich darin, die Häftlinge durch Interwies bis zu ihrem letzten Tag zu begleiten. Einer unter denen ist der „Kindermörder“ Clifton Harris –der ihr regelmäßig Briefe schreibt.
Neben all dem Übel auf Arbeit muss sie sich noch um ihren schwerkranken Vater kümmern und ihren 14 jährigen Sohn. Als ihr Sohn in einer Schlägerei verwickelt ist, lernt sie den charmanten Lance Dorbon kennen. Dieser beehrt sie nicht nur mit seinen Besuchen, sondern bietet ihnen regelmäßig seine Unterstützung an. So nähern sie sich immer weiter und sie wagen weiteren Schritt. Nach der Hochzeit verändert er sich um 180 Grad und Kristy lernt sein wahres Ich kennen. Jedoch nur Kristy gegenüber, denn in den Augen der Außenstehenden und ihrer Familie ist er der familienfreundliche Lance. Nur Kristy bekommt das Monster in ihm zu Gesicht. Aus Angst vor den Folgen spielt sie die treue und liebevolle Ehefrau. Erst misshandelt und vergewaltigt er sie, bis er ihr mit dem Leben ihrer Liebsten droht. Doch dann überschreitet er jede Grenze, denn Kristy ließ die Gräueltaten über sich ergehen, aber könnte es nie ertragen, wenn er ihrer Familie etwas antun könnte. Da sie von ihrem Job weiß, dass ihr niemand glauben wird, nimmt sie ihr Schicksal selbst in die Hand.

Ich muss zugeben, dieses Buch war einfach große Klasse. Zu Beginn hatte ich so meine Bedenken, doch im Nachhinein verstehe ich, warum die Autorin den Anfang so langsam anging. Denn der Leser soll ebenfalls von Lance um die Finger gewickelt werden. Und genau darauf bin ich auch reingefallen. Ich konnte einfach nicht nachvollziehen, warum Kristy sich Lance gegenüber veränderte. Erst hielt ich sie für krankhaft eifersüchtig, weil er eine Vaterrolle für ihren Sohn einnahm. Doch damit wollte er nur alle auf seine Seite locken und von seinem Charme überzeugen.  

Als Leser begleiten wir zudem Cliftons Weg der Hinrichtung. Dieser erfolgt mit Hilfe der Besuche und unzähliger Briefe an Kristy. Sein Schicksal ist ebenfalls sehr emotional gewesen. Da machte ich mir schon Gedanken über das Thema „Hinrichtung“. 

Die Autorin verzichtete auf die genaue Beschreibung der physischen Misshandlung, sondern zielte genau auf die psychischen Misshandlung und Kontrolle, der Kristy ausgesetzt ist. Die Autorin baut Spannung immer weiter auf. Wenn man denkt, dass sie den Höhepunkt erreicht hat, legt sie noch einmal eine Schippe drauf. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Es war spannend, klug und grausam. Die gesamte Handlung wird so realistisch und bildlich beschrieben, dass man alles vor Augen hat und gleichzeitig den Schmerz von Kristy nachempfinden kann.

Ein besseres und unvorhersehbares Ende hätte man sich nicht ausdenken können. Ich wurde auf die falsche Fährte geführt und am Ende stellte sich vieles anderes heraus. Bis zum Schluss erhoffte ich mir nur das Beste für Kristy und ihrer Familie.

Raffiniert finde ich die Tatsache, dass die Hauptprotagonistin Fälle von Selbstjustiz von Häftlingen vor sich bekommt und dann muss sie selbst durch diese Hölle gehen. Das hätte sie sich nie in ihrem sonst langweiligen Leben ausgemalt. Oft stellt man sich die Frage: Ist Selbstjustiz in Ordnung? Wie würde man in ihre Lage handeln?

Nachdem ich das Buch beendet habe, musste ich lange darüber nachdenken. Zeitweise verschlug es mir den Atem. Gerade, weil die Mutter der Autorin Opfer häuslicher Gewalt war.

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/B1gbNV3DYkS._SY200_.jpgFazit
Ich könnte noch lange das Buch bis in den Himmeln loben! Dieses Buch muss unbedingt gelesen werden. Es gehört zu meinen liebsten Frauen-Morden-Thrillern.

Die Autorin
 Hollie Overton wuchs zusammen mit ihrer Zwillingsschwester bei ihrer Mutter auf. Erst spät erfuhr sie, dass ihr Vater Mitglied einer kriminellen Gang war und sogar mehrere Jahre wegen Totschlags im Gefängnis saß. Die Erfahrungen ihrer Kindheit und Jugend haben sie stark geprägt und fließen stets auch in ihr Schreiben ein. Hollie Overton lebt in Los Angeles.



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Vielen Dank an den Goldmann-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars