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Mittwoch, 11. Oktober 2023

[Rezension] Liebste Tochter

 



Originaltitel: The Couple at No 9
Herausgeber  :  Penguin Verlag (29. März 2023)
Seiten: 480
ISBN-10: 3328107668  
ISBN-13  : 978-3328107668

Klappentext

Eine Familie voller Lügner. Doch nur einer ist ein Mörder.

Schon lange ist Saffys Verhältnis zu ihrer Mutter Lorna mehr als schwierig. Doch ein grausiger Fund führt die beiden Frauen wieder zusammen: Auf dem alten Anwesen der Familie, im Garten des Hauses, werden bei Renovierungsarbeiten die Leichen zweier Menschen entdeckt. Alle Hinweise deuten auf einen vor Jahren begangenen Doppelmord hin. Der Fund sorgt in der idyllischen Kleinstadt mitten in England für Aufsehen. Während die Journalisten das Haus belagern, bleibt Saffy nichts anderes übrig, als die Recherchen selbst in die Hand zu nehmen. Was ist vor all den Jahren wirklich geschehen? Ist sie bereit, das dunkelste Geheimnis ihrer Familie ans Licht zu bringen?


Meine Meinung

Für mich ist Claire Douglas die Königin der Erschaffung von Familiengeheimnissen, die mich immer wieder schockieren und zutiefst berühren. Ich finde es großartig, wie sie all ihren Charakteren ein Geheimnis zuordnet, das nicht trauriger und erschreckender sein könnte.

 

In diesem Buch gibt es keine Hauptprotagonistin, denn jeder einzelne trägt zum Gesamtbild bei. 

Begonnen hat dieser Schicksalsschlag mit Saffy, die Leichen in ihrem Garten entdeckt. 

Aus dem Grund bittet sie ihre Mutter, Lorna, um Hilfe. Ihre Großmutter, Rose, hat ihr das Cottage vererbt. Die jedoch leidet an Alzheimer, weshalb sie Saffy und Lorna gegenüber einige Namen nennt, die wohl im Zusammenhang zu den Leichen und ihrer Vergangenheit standen. Doch wer sind all die Menschen?

Diese Frage wird in einem sehr großen Rätsel verpackt, welches sich ganz langsam löst. 

 

Das Buch würde ich mit einem Puzzle vergleichen, in dem es unfassbar viele bedeutsame Ereignisse, Personen und Orte gab, die zeitweise in mir eine Verwirrung auslöste. 

 

Erzählt wird aus Saffys, Lornas und Theos, der Sohn eines wichtigen Charakters, Perspektive. Einen weiteren Hauptpunkt stellen Rose´s Briefe aus dem Jahr 1980 an Lorna dar, denn die geben einen sehr guten Einblick in Rose´s Gedanken und wie eins zum anderen kam. 

 

Überrascht wird man mit unzähligen Wendungen und einer schleichenden Spannung, die nicht rasant verlief. Dies überraschte mich positiv, denn es passte zur Atmosphäre, denn diese ist eher düster. Als sich alle Puzzleteile fügten und somit das Rätsel aufgelöst wurde musste ich kurz in mich hineingehen und das Gelesene verarbeiten. 

Es ließ mich nicht nur schockiert, sondern auch emotional, zurück. Ich bekam mit jedem einzelnen Mitleid, denn alle hatten eine traurige Vergangenheit bzw. Gegenwart zu bewältigen bzw. zu verarbeiten, die ich nachempfinden konnte. 

 

Mich hat besonders das Ende mit einem Kloß im Hals zurückgelassen, denn mir wurde bewusst, dass es nur um die Sehnsucht nach Liebe und Angst vor dem Alleinsein handelte. Nur wurde es falsch und grausam zum Ausdruck gebracht. 

 

Fazit 

Die Autorin hat ihr Gesamtpotential ausgeschöpft und damit ein grandioses Werk erschaffen, welches mir lange in Erinnerung bleibt. 




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Dank an den Penguin-Verlag und Bloggerportal für die Bereitstellung                             dieses Rezensionsexemplars





Mittwoch, 16. August 2023

[Rezension] Schönes Mädchen



Originaltitel: Just like the other girls
Herausgeber  :  Penguin Verlag (14. Juni 2022)
Seiten: 480
ISBN-10: 3328107657     
ISBN-13  : 978-3328107651


                                    Klappentext


Die Schwestern Katy und Viola McKenzie waren so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Und doch teilten sie viele Geheimnisse miteinander. Bis zu jenem Tag, an dem Viola spurlos aus ihrer Heimatstadt Bristol verschwand. Viele Jahre später zieht Una als Betreuerin in das Haus der McKenzies, wo sie sich um die Mutter der Mädchen kümmern soll. Una spürt auf Anhieb, dass etwas mit der Familie nicht stimmt. Was ist damals mit Viola geschehen? Und warum will niemand mehr über sie sprechen? Die Suche nach der Wahrheit bringt Una in höchste Gefahr ...

                                        Meinung


Als Fan von Claire Douglas habe ich mich riesig auf dieses Buch gefreut. Ohne Vorwissen habe ich mich in die Geschichte gestürzt und empfand dieses Buch als eines ihrer besten Bücher.

 

Una versucht nach dem Tod ihrer Mutter ihr Leben auf die Reihe zu bekommen und nimmt die Stelle als Gesellschafterin im Haus einer reichen Dame an. Die 22jährige spürt mit der Zeit, dass die alte Frau gar nicht so hilfsbedürftig ist. In diesem Haus werden Geheimnisse gehütet und sie begibt sich in tödliche Gefahr. 

Una war mir von Beginn an sympathisch, denn durch ihr Trauma versucht sie sich um andere zu kümmern. Jede Handlung, die sie durchführte, konnte ich nachvollziehen. Es gab einige Grübelmomente, denn als Leserin hinterfragte ich ihr Handeln, doch als Person in diesem Moment hätte ich nicht anders gehandelt. 

 

Der Schreibstil schwankt zwischen flüssig zu ruhig. Dies hat mir gefallen, denn es passte zur Situation. Den überraschenden Twist empfand ich wirklich als unerwartet, dennoch konnte es mich nicht so ganz überzeugen. Aber mit einem weiteren Twist, der mich schockte, hätte ich niemals gerechnet. 

 

Zu Beginn schienen mir alle Protagonisten sehr schleierhaft, dennoch wurde mit der Zeit immer mehr von ihnen preisgegeben, weshalb ich mit einigen sympathisieren konnte. 

Positiv ist mir die Einbringung neuer Protagonisten in die Geschichte aufgefallen. In dem Buch lernt man sehr viele Leute kennen, doch die Autorin schafft es, dass man alle voneinander unterscheiden konnte. Sobald man einen Charakter kennenlernte, wurde dem lange eine Bühne gegeben, so dass der Nächste ins Geschehen einbezogen wurde. 

Genau dies traf auf Cathrine zu, denn die wirkte erst arrogant und kaltherzig, doch nach und nach lernte ich ihre sensible Seite kennen und den Grund für ihre distanzierte Erscheinung. 

 

Der Schauplatz war -wie in vielen Büchern der Autorin- atmosphärisch düster gehalten.

Die vielen Rückblenden tragen zum Verständnis über die Beziehung einiger Charaktere untereinander bei. Gleichzeitig wird kurz aus der Sicht des Täters erzählt, weshalb die Spannung stets konstant aufrecht hielt. Aus dem Grund konnte mich die Autorin von Beginn an fesseln und ich konnte kaum das Buch aus der Hand legen.





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Dienstag, 7. März 2023

[Rezension] Du gehörst uns


 



Originaltitel: Playing Nice
Herausgeber  :  Penguin Verlag (13.September 2021)
Seiten: 448
ISBN-10: 3328601988     
ISBN-13  : 978-3328601982 

                               
                                 Klappentext

Es ist der Albtraum aller Eltern: Als Pete Riley eines Morgens die Tür öffnet, steht vor ihm ein Mann, der seinem zweijährigen Sohn Theo wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Was Miles Lambert ihm offenbart, bringt Petes Welt ins Wanken: Die Söhne der beiden Familien sind nach der Geburt vertauscht worden, Miles und seine Frau sind Theos biologische Eltern. Nach dem ersten Schock beschließen die beiden Paare, die Kinder nicht aus ihren Familien zu reißen. Sie wollen gemeinsam einen Weg finden, am Leben ihres jeweils leiblichen Sohnes teilzuhaben. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Familien unterschiedlicher nicht sein könnten. Pete traut der heilen Welt im Hause Lambert immer weniger. Dann bringt eine Klage gegen das Krankenhaus, in dem der Fehler passiert ist, Verstörendes ans Tageslicht …

Meinung
Die Vorstellung einer Vertauschung eines geliebten Kindes ist der Albtraum eines jeden Elternteils. Genau diese Thematik spricht JP Delaney in seinem neuen Thriller. 
 
Pete und Maddie könnten als Paar nicht unterschiedlicher sein, dennoch ziehen beide diese Gegensätze an. Pete ist ein empathischer und gefühlvoller Mann, der nicht dem Bild eines „klassischen“ Partners entspricht. Im Buch wird er oft als „der heilige Pete“ bezeichnet. 
Als sein Sohn, Theo, auf die Welt kam, machte es ihm nichts aus, als freiberuflicher Journalist zuhause zu bleiben, um sich um den Kleinen zu kümmern. 
Maddie ist eine starke und in sich gekehrte Persönlichkeit, die kaum über Emotionen spricht und rational denkt. Zu Beginn empfand ich sie als gefühlskalt und emotionslos, doch im Verlauf der Handlung lernte ich sie von einer sensiblen Seite kennen. Sie hält durch ihren Job in der Werbebranche ihre Familie finanziell auf Trab, dennoch hütet sie ein Geheimnis, welches ihr zum Verhängnis.
 
Nebenbei lernt man Miles und Lucy kennen, die die wahren Eltern von Theo sind. Während Theo ein aufgeweckter Junge ist, kommt David, der Sohn von Pete und Maddie, nicht ohne die Hilfe seiner Eltern zurecht. 
Miles ist ein großartiger Charakter, den man abgrundtief hasst. Diesen Hass ihm gegenüber hat der Autor sehr gut übermittelt. Als Leserin bekam ich nicht die Sichtweise von Miles oder Lucy, dennoch genügten mir deren Taten aus Maddies oder Petes Beschreibung.
Während Miles im Laufe der Handlung soziopathische Züge aufwies, wirkte Lucy sehr zurückhaltend und kompromissbereit. Gleichzeitig spürte man ihre intensive Bindung zu David, die einer leiblichen Mutter glichen. 
Hier wird einem bewusst, dass man sich mit Geld alles erkaufen und seine Absichten besser durchsetzen kann. 
 
Der Thriller startet rasant, ohne jemals langatmig zu sein. Der Psychoterror erfolgt schleichend, so dass der Albtraum unvorhersehbar seinen Werdegang einnimmt. Dieser Strudel aus Verzweiflung und Unglück nahm einfach kein Ende. Ich hatte einfach nur Mitleid mit den beiden. Die gesamte Handlung wurde so real beschrieben, weshalb ich deren Zweifel und Ängste spüren konnte. Wenn man dachte, es kann nicht schlimmer werden, legte der Autor noch eine Schippe drauf. Maddie und Pete hielten sich an jedem Strohhalm fest, der ihnen geboten wurde, um so ihren Sohn nicht an einem Narzissten zu verlieren. 
 
Ich finde die intensive Recherche hinter der Geschichte sehr gelungen, denn dieses Thema habe ich zuvor nirgendwo gelesen. Das Ausmaß, in dem sich die Handlung entwickelte war geradezu erschreckend real. Über diesen Thriller könnte ich ununterbrochen schreiben, da es mich nach jedem Kapitel sprachlos zurückließ. 
 
Fazit
Aus der harmlosen und friedvollen Freundschaft und Vereinbarung wird ein grausamer Albtraum, aus dem kein Ende in Sicht ist. Es ist ein Psychothriller erster Klasse, welchen ich definitiv Re-Readen werde.



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Sonntag, 29. Mai 2022

[Rezension] Vergessen

 



  • Originaltitel: Do not disturb
  • Herausgeber ‏ : ‎ Penguin Verlag (27. April 2020)
  • Broschiert ‏ : ‎ 464 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328105468
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328105466

Klappentext

 

Nach dem Selbstmordversuch ihres Mannes ist Kirsty am Boden zerstört. Ein Neuanfang in ihrer alten Heimat Wales scheint daher perfekt. Dort, in einem abgeschiedenen alten Pfarrhaus, will sie eine kleine Pension eröffnen. Doch dann taucht wie aus dem Nichts Selena auf. Die Frau, die sie nie mehr in ihrem Leben hatte wiedersehen wollen. Kirsty ist außer sich: Was will Selena von ihr? Und warum findet Kirsty plötzlich jeden Morgen einen verwelkten Blumenstrauß vor der Haustür? Noch bevor sie Selena zur Rede stellen kann, wird diese ermordet. Und Kirsty weiß, dass die Wahrheit von damals nun endlich ans Licht kommen muss ...


Meine Meinung


Claire Douglas konnte mich mit ihrem Buch „Beste Freundin“ mehr als nur von sich überzeugen, weshalb ich unbedingt all ihre Werke lesen möchte. 
 
Wir lernen Kristy kennen, die alles für ihre Familie tun würde. So zieht sie mit ihrem Mann, Mutter und ihren beiden Töchtern von London nach Wales, um einen Neustart zu beginnen. Aus dem Grund kann sie keine Unruhestifter in ihrem Leben gebrauchen. Anfangs wirkt sie auf mich sehr überfürsorglich, doch sobald ich den Grund erfuhr, konnte ich ihren Unmut und ihre ständige Angst nachvollziehen. Als dann plötzlich Selena mit ihrer Tochter vor der Tür auftaucht, gerät ihr Leben aus dem Ruder. 
Ich mochte ihre Entwicklung im Verlauf der Geschichte, denn anfangs wirkte sie noch etwas unbeholfen, doch als Selena starb, nahm sie all ihren Mut zusammen, um für ihre Familie stark zu sein. Sie war eine großartige Persönlichkeit, die ich mit großer Begeisterung auf ihrem Höllentrip begleitete. 
 
Selena trat ich vom ersten Moment an sehr misstrauisch gegenüber, denn ich wusste, dass sie nicht die liebevolle Mutter ist, für die sie sich ausgab. Selena und Kristy sind Cousinen, die nicht unterschiedlicher sein können. Ähnlich wie Kristy konnte ich es ihr nicht abnehmen, dass sie urplötzlich anständig geworden sei. Vieles, was sie ihrer Cousine gegenüber vorgibt, ergibt von vorn bis hinten keinen Sinn. Trotz allem finde ich den Grund für ihr Verhalten und ihren Charakter großartig, denn in diese Richtung wäre ich niemals gegangen. Dahingehend ist es interessant, welche Themen die Autorin anspricht.
 
Die Autorin hat mich wieder einmal von sich überzeugen können. Die Protagonisten konnten nicht unterschiedlicher sein. Die Spannung wurde stets aufgebaut, so dass ich nicht das Gefühl von Langeweile empfand. Alles hatte einen Grund, weshalb es keine unbrauchbare Information war. Die Handlung war wie ein Puzzle, denn die Teile fügten sich von Zeit zu Zeit zusammen.
Der Schreibstil war flüssig und ich konnte mich sehr gut im Geschehen zurechtfinden. 
 
Des Weiteren gab es viele unerwartete Wendungen, mit denen ich gar nicht gerechnet habe. Immer, wenn ich dachte, es könnte Kristy nicht schlimmer treffen, wurde sie mit einem nächsten Schicksalsschlag bestraft. Das Ende war grandios: Ein besseres hätte ich mir niemals vorstellen können. Es war überraschend und ohne Vorwarnung.

 

Fazit

Eine Geschichte über einen Mord und vieler Familiengeheimnisse, die nach und nach ans Tageslicht treten. Sehr zu empfehlen!

 

 

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Dank an den Penguin-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars




 

 

Mittwoch, 8. September 2021

[Rezension] Die Skrupellosen






  • Originaltitel: The Snakes

  • Herausgeber ‏ : ‎ Penguin Verlag (10. Mai 2021)

    Broschiert ‏ : ‎ 464 Seiten

  • ISBN-10: 3328601043

  • ISBN-13: 978-3328601043

  • Link zum Penguin- Verlag [*KLICK*] u. amazon [*klick*] u. Thalia [*klick*]



Meinung

 Eine Geschichte über die Geheimnisse einer Familie, die über viel Macht und Geld verfügt. Eine Frau die sich ihrer Zukunft zu Liebe gegen den Reichtum stellen muss, um sich nicht darin zu verlieren.

Bea ist eine interessante Protagonistin, denn sie ist in einem reichen und privilegierten Haushalt aufgewachsen, doch aus unerklärlichen Gründen bricht sie den Kontakt ab und zieht weit weg. Sie ist Therapeutin und kommt mit ihrem Mann in ihrer kleinen Woche knapp über die Runden, dennoch ist sie glücklich und zufrieden. 

Als sie heiratet, führt ihr Weg bei einer Rundreise sie wieder zu ihren Eltern. Beas Mann, Dan, kennt den Grund für den Abbruch des Kontaktes nicht. Doch seine Frau weiß, dass Geld die dunkelsten Seiten eines Menschen zur Schau bringt und ihn verändert. Um ihre Ehe und Zukunft nicht zu gefährden möchte sie sich von dem Gift fern halten. 

Beas Charakter blieb mir zeitweise blass, weshalb ich ihr handeln nicht nachvollziehen konnte. Gleichzeitig fiel es mir schwer, mich in sie zu 100% hineinzuversetzen, weil sie auf mich verschlossen wirkte.

Mit diesem Buch beweist Sadie Jones, dass Geld nicht im Mittelpunkt stehen muss, um glücklich zu sein. Mit Träumen, Wünschen und Zielen sollten sich die Menschen auseinandersetzen. Der Immobilienmogul und Vater verdient sich sein Geld durch Korruption, der Sohn ist drogenabhängig und die Mutter eine Narzisstin. Dies sind die Schattenseiten vom Reichtum, weshalb ich Beas Grund für den Abbruch nachvollziehen konnte.

Der Beginn verläuft eher ruhig, weshalb sich die Handlung an einigen Stellen schleppend hinzog. Man erfährt mehr über das Setting als über die Grundhandlung. Als es dann interessanter und die Spannung anstieg, fiel sie auch schon wieder ab. Es haben mir einfach fesselnde Momente und gut ausgearbeitete Dialoge gefehlt. 
Der Schreibstil war angenehm, aber nicht außergewöhnlich. Gerade bei so einer Geschichte hätte ich mir einen unkonventionellen Stil gewünscht. 
Das Ende war tragisch und unerwartet, dennoch kein in sich abgerundeter Abschluss.

Für mich ist dies ein Unterhaltungsroman mit einem Hauch von Krimi, da es erschreckend beweist, zu was Menschen aufgrund ihrer Gier nach Geld und Macht in der Lage sind. 

Fazit
Ein Buch mit großen Potential, welches nicht ganz ausgeschöpft wurde. Die Geschichte hinterlässt eine philosophische Message, die mich zum Nachdenken brachte. 


Die Autorin

Sadie Jones, 1967 in London geboren, arbeitete als Drehbuchautorin, unter anderem für die BBC. 2005 verfilmte John Irvin ihr Drehbuch „The Fine Art of Love“ mit Jacqueline Bisset in der Hauptrolle. Ihr preisgekröntes Romandebüt „Der Außenseiter“ (2008) wurde in Großbritannien auf Anhieb ein Nr.-1-Bestseller und war auch in Deutschland ein großer Presse- und Publikumserfolg. 




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Vielen Dank an den Penguin-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars






Donnerstag, 15. Juli 2021

[Rezension] Beste Freundin

 

 

  • Originaltitel: Then She Vanishes
  • Verlag :  Penguin Verlag (13 April 2021)
  • Broschure : 496 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328105476
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328105473
  •  Link zum Penguin Verlag [*KLICK*] u. amazon [*klick*] u. Thalia [*klick*]

 Klappentext

 Als Kinder waren Jess und Heather die allerbesten Freundinnen. Sie teilten alles miteinander. Bis ein einziger Tag ihre Freundschaft unwiderruflich zerstörte. Jahre später kehrt Jess in ihre idyllische Heimatstadt an der Küste Englands zurück. Dort soll sie die Berichterstattung zu einem brutalen Doppelmord übernehmen. Doch als Jess erfährt, dass Heather die Hauptverdächtige ist, ist sie fassungslos. Kann ihre beste Freundin von damals eine eiskalte Mörderin sein? Jess beginnt zu recherchieren und stellt mit Grauen fest, dass alle Hinweise zu dem Tag führen, den sie für immer aus ihrem Leben streichen wollte. Der Tag, an dem Heathers Schwester spurlos verschwand und sie alle ins Unglück stürzte …

[Klappentext: penguinrandomhouse.de]

 Meinung

Eine junge Journalistin begibt sich auf die Suche nach der Wahrheit über die Morde ihrer ehemals besten Freundin an zwei Menschen. Dies klang nach einem sehr vielversprechenden und unvergesslichen Thriller.

Jess ist eine zielstrebige Journalistin, die aufgrund eines großen Fehlers von London nach Bristol umziehen muss. Dieses Geheimnis teilt sie mit niemandem –nicht mal mit ihrem Freund. Als sie eines Tages von den Morden ihrer Jugendfreundin, Heather, hört, nutzt sie dies nicht nur als Neuanfang, sondern um Heather wieder nah zu sein. Doch mit den Recherchen und Interviews wird sie den Gedanken nicht los, dass die Morde nicht kaltblütig sein konnten, denn sie kannte Heather zu gut, um zu wissen, dass sie nicht dazu in der Lage wäre. Doch als sie von Heathers Vergangenheit erfährt, bröckelt das unschuldige Bild von ihr immer weiter.

Jess ist von ihrer Vergangenheit gebrandmarkt, denn sie arbeitet nun sehr vorsichtig und bedacht. Sie ist jemand, der stets stark und unabhängig rüberkommen möchte, aber innerlich sehr verletzlich ist. Wenn man die Handlung aus der Vergangenheit liest, spürt man ihr Verlangen nach Geborgenheit und einer liebevollen Familie. Gleichzeitig wird sie das Gefühl nicht los, dass sie von jemandem beobachtet wird. Als abends ein Licht vor ihrem Fenster auftauchte und sie Drohungen erhält, weiß sie, dass sie in Gefahr ist.

Ich mochte sie, denn trotz ihres unbeliebten Berufs blieb sie nach ihrem Fehler neutral und versuchte nach wie vor niemanden mit ihrem Artikel nahe zu treten. 

 Die Handlung wird zeitweise aus ihrer Perspektive in der Gegenwart erzählt. Dies gibt noch einmal einen Einblick in ihr Denken und Handeln, welches einem die Gründe für ihre Entscheidungen nachvollziehen lässt.

 

Margot ist die Mutter von Heather, die eine Last nach der anderen mit sich tragen muss. Zum einen verschwand vor 18 Jahren ihre 16jährige Flora und zum anderen liegt ihre Heather wegen Mordes im Krankenhaus. Sie lebt seit dem Verschwinden und Morden mit großen Schuldgefühlen. Ihr Leid konnte ich sehr gut nachempfinden, denn sie konnte niemandem um Rat bitten. Als nach 18 Jahren Jess wieder auftauchte, ist ihr dabei nicht wohl. Denn Jess brachte abrupt den Kontakt zu Heather, die sie zu dieser Zeit am meisten brauchte, ab. Als ihr bewusst ist, dass Jess ihr nur helfen und zuhören möchte, öffnet sie sich langsam und teilt ihr Leid. Mit Jess´ Hilfe erfährt sie immer mehr über den Grund für die Morde und Floras Verschwinden.

Der Schreibstil der Autorin war packend und emotional. Ich fand mich von der ersten Seite an in der Geschichte. Die Autorin kam ohne langes Drumherum zum Punkt, indem man sofort von den Morden erfährt und Jess kennenlernt. Die Spannung baute sich immer weiter auf, so dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Als das Verschwinden von Flora mit ins Spiel kam, baute die Autorin zwei große Themen zu einem. Durch die vielen Cliffhanger und Überraschungsmomente am Ende eines Kapitels ließ sich das Buch in einem Rutsch lesen. Gleichzeitig wollte ich die traurige Geschichte über die psychischen Folgen einer Entführung nicht beenden. Das Setting passte perfekt zum Gesamtbild und wurde realitätsnah beschrieben.

Die Autorin wusste einfach, wie sie mit einfachen Worten mit den Emotionen des Lesers spielen konnte. Sie hinterließ in mir am Ende das reinste Gefühlschaos: Wut, Schock, Trauer und Mitleid. Während des Lesens lagen mir Protagonisten sehr am Herzen, denn ich konnte mich mit ihnen sehr gut identifizieren. Die emotionale Geschichte um Flora und ihre Perspektive von 1994 fiel mir sehr schwer. Ich wollte sie gerne schütteln und ihrem naiven Ich sagen, dass sie dieses oder jenes nicht tun soll.

Die Autorin schaffte ein abgerundetes Ende, welches alle Fragen beantworten konnte.

Fazit

Dies ist mein erster Thriller von C. Douglas, doch ich werde sie definitiv weiterhin verfolgen. Die Geschichte um Heather und Flora war unbeschreiblich fesselnd und schockierend. Zu Beginn ist es wie ein Puzzle, bei dem sich von Kapitel zu Kapitel die Teile fügen und es am Ende erschreckend emotional wird. Definitiv große Leseempfehlung. 

 Die Autorin

 Claire Douglas © Paolo Ferla
Claire Douglas arbeitete 15 Jahre lang als Journalistin, bevor sich ihr Kindheitstraum, Schriftstellerin zu werden, erfüllte. Ihr Thriller »Missing« wurde in England zum Bestseller. Claire Douglas lebt mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern in Bath, England.

 

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Vielen Dank an den Penguin -Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars