Montag, 27. Juli 2020

[Rezension] In deiner Schuld


 


  • Originaltitel: Take me in
  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Penguin Verlag (9. Juni 2020)
  • ISBN-10: 3328104828
  • ISBN-13: 978-3328104827
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 Klappentext
  Ein Strandurlaub sollte ihre Ehe retten. Doch der kleine Josh kam den Fluten zu nah. Nur für Sekunden hatten Tessa und Marcus ihren Sohn aus den Augen gelassen - dafür werden sie teuer bezahlen ... Denn in diesem einen Moment der Unaufmerksamkeit sprang ein Fremder ein und rettete ihn vor dem Ertrinken. Und jetzt ist dieser Mann in ihrem Leben. Tessa und Marcus wissen: Sie schulden ihm viel. Doch wieder zu Hause in London entdeckt Tessa ihn auf den Straßen, die sie entlanggeht. Er taucht in dem Büro auf, in dem Marcus arbeitet. Er klopft an ihre Haustür ... Und langsam beschleicht die beiden das Gefühl, dass er mehr von ihnen will, als sie zu geben bereit sind: ihre Freiheit, ihre dunkelsten Geheimnisse. Und vielleicht sogar ihr Leben?

Kritik
Der Titel war der Grund, warum ich das Buch lesen musste, ohne mir den Klappentext durchgelesen zu haben. Ich hoffte, dass meine Erwartungen nicht enttäuscht werden, doch leider weiß ich nun im Anschluss gar nicht, was ich über das Buch denken soll. Es gab so viele Höhen und Tiefen, dass ich über die Punktezahl lange nachdenken musste.

Kurz zum Inhalt: Wir lernen die Familie Nichelson kennen, die bei einem Urlaub am Strand ihren kleinen Sohn um ein Haar verloren hätten. Doch sie haben Glück im Unglück, denn der kleine Josh wird von einem Fremden gerettet. Nun steht das Paar in der Schuld des Fremden, jedoch haben sie sich nicht dabei gedacht, dass er sie bis nach Hause verfolgen und terrorisieren könnte…

Man steigt sehr schnell in die Geschichte ein, denn der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Durch den Ich-Perspektivwechsel und der Gegenwartserzählung aus der Sicht der Eltern, Marcus und Tessa, lernt man jeden einzelnen und ihre Gedankengänge besser kennen.
Jedoch gab es Momente, die mich fesselten und welche, die meiner Meinung nach nicht zur Handlung passten. Hierbei stellte sich mir die Frage nach dem Zusammenhang zu der Geschichte. Zudem verlief das Buch hin und wieder zog sich die Handlung, so dass ich schleppend vorankam.

Des Weiteren wurde ich mit unseren Hauptprotagonisten, Marcus und Tessa, überhaupt nicht warm. Sie waren mir zu unsympathisch, blass und stereotypisch, was dazu führte, dass ich ihr Handeln nicht ganz nachvollziehen konnte. Besonders die Mutter, die ihren kranken Sohn bei jemandem ließ, um ihrem Mann fremd zu gehen. Tessa zeigte kein einziges Mal Einsicht, im Gegenteil sie beschwerte sich ununterbrochen. Ihr Mann, Marcus, war kein schuldbewusster Vater. Er vernachlässigte nicht nur seine Familie, sondern zog geradezu Unglück an. Hier wünschte ich mehr Ausarbeitung der Charaktere.
Ein interessanter Charakter war der Fremde, der stets auftauchte und sich dabei mysteriös verhielt. Leider erfuhr ich bis zum Ende nur eine Kleinigkeit über ihn. Das, was man über ihn erfährt, hat mir die Sprache verschlagen. Vielleicht war dies die Absicht der Autorin.

Das Ende war der spannendste Teil an dem gesamten Buch, doch dieses verlief so abrupt, dass es mich mit vielen Fragezeichen zurückließ. Selbst jetzt denke ich über die Bedeutung vom Ende nach und finde keine Antwort. So würde ich sagen, dass es ein offenes Ende ist.

Fazit
Dies ist eine vielversprechende Geschichte, die einen im ersten Moment packt und wieder loslässt, so dass die Spannung nicht lange hält. Dennoch lässt es sich durch einen ganz besonderen Charakter und den flüssigen Schreibstil in einem Rutsch lesen.

 Die Autorin
Sabine Durrant lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in London, wo sie als Autorin und Journalistin arbeitet. Sie schreibt unter anderem für den Guardian, den Daily Telegraph sowie die Sunday Times und hat bereits mehrere Kinderbücher und Romane veröffentlicht, die in bis zu 15 Sprachen übersetzt wurden.

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Vielen Dank an den Penguin -Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars



Sonntag, 7. Juni 2020

[Rezension] Die Wächter


  • Originaltitel: The Guardians
  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (2. März 2020)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3453272218
  • ISBN-13: 978-3453272217
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Klappentext 
In Seabrook, Florida wird der junge Anwalt Keith Russo erschossen. Der Mörder hinterlässt keine Spuren. Es gibt keine Zeugen, keine Verdächtigen, kein Motiv. Trotzdem wird Quincy Miller verhaftet, ein junger Afroamerikaner, der früher zu den Klienten des Anwalts zählte. Miller wird zum Tode verurteilt und sitzt 22 Jahre im Gefängnis. Dann schreibt er einen Brief an die Guardian Ministries, einen Zusammenschluss von Anwälten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, unschuldig Verurteilte zu rehabilitieren. Cullen Post übernimmt seinen Fall. Er ahnt nicht, dass er sich damit in Lebensgefahr begibt.
[Klappentext/Grafik: randomhouse.de]

Kritik
Das Thema „Rassismus“ ist in Amerika sehr umstritten und beweist in aktuellen Fällen wie dem von George Floyd die Unendlichkeit des Hasses.
Genau dies thematisiert John Grisham in seinem aktuellen Justiz-Thriller. Da dies mein erster Grisham war, waren die Erwartungen umso höher.

Ein zu Unrecht beschuldigter dunkelhäutiger Mann, Quincy Miller, steht vor Gericht, weil er ein Verbrechen begangen habe. Hinzu kommt, dass die Jury aus Weißen besteht und er im Fall eines Schuldspruches das Todesurteil erhalten kann. Doch die einzige Hoffnung findet er in der Gruppe „Guardian Ministries“, denn nach seinem Brief glaubt diese an seine Unschuld. Daher schließen sich Cullen Post und seine Kollegen zusammen und tun alles in ihrer Macht stehende, um Quincy  zu rehabilitieren. So beginnt der Kampf um Leben und Tod…

Während des Lesens merkt man, dass Grisham als Anwalt praktizierte, er konnte dem Leser das Rechtsystem in Amerika sehr detailreich und authentisch vermitteln. Vieles war wahnsinnig interessant, so dass man mehr erfahren wollte. Man begleitet Cullen und seine Kollegen aus der Kanzlei auf dem Weg zur Beweisführung. Dieser hat erschreckende und emotionale Höhen und Tiefen.

Der Schreibstil war große Klasse, denn durch die Ich-Perspektive von Cullen und die Erzählung im Präsens konnte ich mich sehr gut in Cullens Sicht hineinversetzen und sein Handeln nachvollziehen. Zudem war es sehr flüssig und realistisch beschrieben, so dass man das Setting und jede Situation genau vor Augen hatte. So wurde das Buch zu einem nervenauftreibenden Leseerlebnis.
Die Protagonisten waren sehr authentisch und ich konnte gerade mit dem zu Unrecht beschuldigten mitfühlen. Es war erschreckend was ihm vorgeworfen wurde und welche Konsequenzen dies für ihn hatte, nur weil er nicht dem Menschenbild entsprach.

Fazit
Es ist ein erstklassiges Meisterwerk, welches die Lücken im amerikanischen Rechtsystem und Rassismus behandelt. Großartige Umsetzung der Grundidee mit gut ausgearbeiteten Protagonisten und einem einwandfreien Schreibstil. 
https://www.randomhouse.de/content/author/image/31282_xl.jpg
© Michael Lionstar

Der Autor
 John Grisham hat über dreißig Romane geschrieben, die ausnahmslos Bestseller sind. Zudem hat er ein Sachbuch, einen Erzählband und sieben Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als vierzig Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.





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Vielen Dank an den Heyne -Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars


Montag, 20. April 2020

[Rezension] One of US is lying



 


  • Originaltitel: One of Us is lying
  • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
  • Verlag: cbj (26. Februar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 9783570165126
  • ISBN-13: 978-3570165126
  • Link zum cbj-Verlag [*KLICK*] amazon [*klick*] und Thalia [*klick*]

 Klappentext
Eine Highschool, ein Toter, vier Verdächtige ...

An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv...
[Klappentext: randomehouse/cbj.de]

Kritik
Als großer Thriller-Fan war ich umso erfreuter darüber, ein Jugendbuch aus diesem Genre zu lesen. Das Cover mit dem hervorstechen Titel ist ein Blickfang und der Klappentext klang sehr vielversprechend. 

Baynview, Kalifornien, an einem warmen Sommertag werden 5 Jugendliche zum Nachsitzen verdonnert. Doch ein Schüler kommt bei einem „Unfall“ ums Leben. Als dann ein Post 4 Gründe für den Tot des Schülers liefern, geraten die 4 Nachsitzenden ins Visier der Polizei. So verbünden sich die Schüler, um ihre Unschuld zu beweisen…

Als ich das Buch beendete, blieben mir die Protagonisten mit all ihren Sorgen, lange in Erinnerung. In der Geschichte fehlt es an nichts. Im ersten Moment wurde es spannend und mitreißend, im nächsten war es humorvoll, emotional und dramatisch.
Der Schreibstil der Autorin war sehr flüssig und mitreißend. Die Protagonisten waren authentisch und sympathisch, so dass mir kein Charakter einfällt, der mich nicht berührte. Alle waren auf ihre Art einzigartig und lagen mir am Herzen.
Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive und in der Gegenwart jeweils von einem der 4 Schüler berichtetet.

Simon versucht mit seiner App „About That“ nicht nur die Aufmerksamkeit aller Schüler zu erlangen, sondern auch ihre schlimmsten Geheimnisse an Tageslicht  zu bringen. So macht er sich zum Feind der gesamten Schule. Als ausgerechnet er während des Nachsitzens durch einen allergischen Schock ums Leben kommt, kommen nun Brownyn, Addy, Cooper und Nate als Rächer ins Visier.

Brownyn ist eine Streberin wie im Bilderbuch. Wäre da nicht ein Vergehen, das sie ihre gesamte schulische Laufbahn und Zukunft kosten könnte. Ausgerechnet Simon ist derjenige, der ihr Geheimnis kennt und es kurz nach seinem Tod an die Öffentlichkeit bringt.
Sie ist eine starke Persönlichkeit, die nur ihre Zukunft in Yale vor Augen hat. Ich mochte sie sehr, denn sie wusste stets, wie sie sich in welchen Situationen zu verhalten hat. Ihre hartnäckige und fürsorgliche Art schätzte wusste ich sehr zu schätzen.  

Die 17jährige Addy führt mit ihrem Freund an ihrer Seite eine schöne Jugend, wäre da nicht ein kleines Geheimnis, welches niemals an Licht kommen darf. Besonders ihre Abneigung gegen einen gewissen TJ, bei dem ihr speiübel wurde, weckte besonders mein Interesse. Da stellte ich mir die Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden und dem Post gab. Sie brachte unter den Schülern die größte Veränderung mit. Zum einen war sie sich bzgl. ihrer Beziehung nun unsicher und zum anderen zählte sie nicht mehr zu den Beliebten, so dass sie nun lernen musste, wer ihre wahren Freunde sind. Sie tat mir sehr leid, denn sie konnte nicht mit den Anschuldigungen und dem Getuschel umgehen.

Cooper ist mit seinem Südstaatenakzent nicht nur ein Frauenschwarm, sondern ein talentierter Spieler, dessen Karriere durch den Post von Simon ruiniert wird. Aber es ist nicht das einzige, was er verbirgt. Cooper hat eine harte Schale, aber einen weichen Kern. Er ist eine herzensgute Person, die loyal und hilfsbereit ist.

Nate führt ein gefährliches Leben. Als Drogendealer ist er auf Bewährung draußen, daher darf er sich keinen Fehler erlauben. Wäre da nicht Simon, der mit seinem Post ein direktes Ticket für eine Gefängniszelle liefert. Anfangs versucht er alles locker zu sehen, bis er als einziger ins Visier gerät. Von da an schließt sich Nate den anderen an, um nicht zu Unrecht verhaftet zu werden. Er stellt den Bad-Boy da, der sich nichts aus den Tuscheleien macht. Ich konnte sowohl seine gleichgültige als auch die weiche Seite sehr gut leiden.

Das Buch war einfach großartig. Es gab keinen Moment, an dem ich mich langweilte. Im Gegenteil: Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Mit jedem Kapitel und Charakter wirft die Autorin dem Leser kleine Geheimnisse zu, die mich neugieriger machten, so dass ich unbedingt weiter lesen musste. Die Spannung baute sich von Kapitel zu Kapitel immer weiter auf. Das Ende war unvorhersehbar und gut abgerundet.

Fazit
Ein Jugendthriller für jede Altersgruppe. Die Autorin liefert dem Leser spannende, emotionale und humorvolle Momente. Großartige Umsetzung der Grundidee und Ausarbeitung der Protagonisten. Große Leseempfehlung.
Karen M. McManus
© Kaitlyn Litchfield Photography

Die Autorin
 Karen M. McManus Debütroman »One of us is lying« stürmte auf Anhieb die Bestsellerlisten, so wie auch »Two can keep a secret« und »One of us is next«. Ihre Romane wurden in über 40 Länder verkauft und sind internationale Bestseller; »One of us is lying« wurde für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019 nominiert. Karen M. McManus wohnt in Massachusetts und hat ihren Master-Abschluss in Journalismus an der Northwestern University gemacht.






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Vielen Dank an den cbj -Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars