Mittwoch, 16. August 2023

[Rezension] Schönes Mädchen



Originaltitel: Just like the other girls
Herausgeber  :  Penguin Verlag (14. Juni 2022)
Seiten: 480
ISBN-10: 3328107657     
ISBN-13  : 978-3328107651


                                    Klappentext


Die Schwestern Katy und Viola McKenzie waren so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Und doch teilten sie viele Geheimnisse miteinander. Bis zu jenem Tag, an dem Viola spurlos aus ihrer Heimatstadt Bristol verschwand. Viele Jahre später zieht Una als Betreuerin in das Haus der McKenzies, wo sie sich um die Mutter der Mädchen kümmern soll. Una spürt auf Anhieb, dass etwas mit der Familie nicht stimmt. Was ist damals mit Viola geschehen? Und warum will niemand mehr über sie sprechen? Die Suche nach der Wahrheit bringt Una in höchste Gefahr ...

                                        Meinung


Als Fan von Claire Douglas habe ich mich riesig auf dieses Buch gefreut. Ohne Vorwissen habe ich mich in die Geschichte gestürzt und empfand dieses Buch als eines ihrer besten Bücher.

 

Una versucht nach dem Tod ihrer Mutter ihr Leben auf die Reihe zu bekommen und nimmt die Stelle als Gesellschafterin im Haus einer reichen Dame an. Die 22jährige spürt mit der Zeit, dass die alte Frau gar nicht so hilfsbedürftig ist. In diesem Haus werden Geheimnisse gehütet und sie begibt sich in tödliche Gefahr. 

Una war mir von Beginn an sympathisch, denn durch ihr Trauma versucht sie sich um andere zu kümmern. Jede Handlung, die sie durchführte, konnte ich nachvollziehen. Es gab einige Grübelmomente, denn als Leserin hinterfragte ich ihr Handeln, doch als Person in diesem Moment hätte ich nicht anders gehandelt. 

 

Der Schreibstil schwankt zwischen flüssig zu ruhig. Dies hat mir gefallen, denn es passte zur Situation. Den überraschenden Twist empfand ich wirklich als unerwartet, dennoch konnte es mich nicht so ganz überzeugen. Aber mit einem weiteren Twist, der mich schockte, hätte ich niemals gerechnet. 

 

Zu Beginn schienen mir alle Protagonisten sehr schleierhaft, dennoch wurde mit der Zeit immer mehr von ihnen preisgegeben, weshalb ich mit einigen sympathisieren konnte. 

Positiv ist mir die Einbringung neuer Protagonisten in die Geschichte aufgefallen. In dem Buch lernt man sehr viele Leute kennen, doch die Autorin schafft es, dass man alle voneinander unterscheiden konnte. Sobald man einen Charakter kennenlernte, wurde dem lange eine Bühne gegeben, so dass der Nächste ins Geschehen einbezogen wurde. 

Genau dies traf auf Cathrine zu, denn die wirkte erst arrogant und kaltherzig, doch nach und nach lernte ich ihre sensible Seite kennen und den Grund für ihre distanzierte Erscheinung. 

 

Der Schauplatz war -wie in vielen Büchern der Autorin- atmosphärisch düster gehalten.

Die vielen Rückblenden tragen zum Verständnis über die Beziehung einiger Charaktere untereinander bei. Gleichzeitig wird kurz aus der Sicht des Täters erzählt, weshalb die Spannung stets konstant aufrecht hielt. Aus dem Grund konnte mich die Autorin von Beginn an fesseln und ich konnte kaum das Buch aus der Hand legen.





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        Dank an den Penguin-Verlag und Bloggerportal für die Bereitstellung                 dieses Rezensionsexemplars






Donnerstag, 9. März 2023

[Rezension] Die Herzchirurgin

 


Originaltitel: Do no Harm
Herausgeber  :  Droemer Knaur Verlag
Seiten: 368
ISBN-10: 3426283875  
ISBN-13  : 978-3426283875

Klappentext

Würdest du morden, um dein Kind zu retten?

Hippokratischer Eid oder Mutterliebe: Im rasanten Thriller »Die Herzchirurgin« wird Ärztin Anna Jones vor eine unmögliche Wahl gestellt.

Was wiegt schwerer: Der Eid einer Ärztin, ihren Patienten niemals zu schaden – oder der Instinkt einer Mutter, ihr Kind zu beschützen, koste es, was es wolle?

Als die erfolgreiche Herzchirurgin Anna Jones eines Abends nach Hause kommt, ist ihre Babysitterin tot, ihr kleiner Sohn verschwunden. Die Entführer stellen Anna vor die Wahl: Entweder lässt sie den beliebten Politiker Ahmed Shabir, der als der nächste Premierminister gehandelt wird, in zwei Tagen auf ihrem OP-Tisch sterben; oder ihr Sohn wird sein Leben verlieren.

Verzweifelt beginnt Anna zu ahnen, dass sie in Wahrheit überhaupt keine Wahl hat …

Auch Krankenschwester Margot steht vor einem Dilemma. Sie hat enorme Schulden, beklaut die eigenen Kollegen. Kurz vor ihrer Entlarvung macht sie eine ungeheuerliche Beobachtung, die ihr Leben an den Abgrund rückt. 


                                               Meinung

WOW… was für ein auf und ab an Spannung. Im ersten Moment verspürte ich Wut und im nächsten Mitleid. Dieser Autor weiß einfach, wie er seinen Leser in ein Gefühlschaos manövriert. Es war einfach purer Nervenkitzel.


Im Fokus der Geschichte steht einfach die Entscheidung einer Ärztin über Leben und Tod zu entscheiden, um das Leben ihres Kindes zu retten. Hier fragte ich mich immer wieder, würde ich es anders angehen? Die Grundidee und die Umsetzung sind dem Autor gelungen.


Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive von drei Frauen erzählt: Anna (Chirurgin), Margot (Op-Schwester) & Rachel (Polizistin). Jeder hat sein eigenes Kreuz zu tragen und hütet ein Geheimnis, die wie Puzzleteile sich immer weiter fügen und alle drei miteinander verbindet. 

Grob gesagt empfand ich keine von ihnen als sympathisch oder einfühlsam, dennoch machte diese Empfindung den Thriller so großartig.  Die Frauen handelten eigensinnig und zeigten kaum Mitgefühl, dennoch schien jede einen weichen Kern zu besitzen, den man nur als Leser erfuhr. Deren Handeln wirkte auf andere egoistisch und falsch, jedoch wusste man nur, welche gute Absichten dahinter steckten. 


Der flüssige Schreibstil und die kurzen Kapitel sorgten dafür, dass ich das Buch in einem Rutsch verschlang! Die Spannung war einfach zum greifen nah, was das realistische Setting und die düstere Atmosphäre zur Folge hatten. Es gab einfach keinen Moment, den ich als überflüssig empfand. 

Die Spannung blieb stets konstant! 


                                                Fazit

Ich kann dieses Buch einfach jedem wärmstens ans Herz legen! 



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Dank an den Droemer Knaur für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars


Dienstag, 7. März 2023

[Rezension] Du gehörst uns


 



Originaltitel: Playing Nice
Herausgeber  :  Penguin Verlag (13.September 2021)
Seiten: 448
ISBN-10: 3328601988     
ISBN-13  : 978-3328601982 

                               
                                 Klappentext

Es ist der Albtraum aller Eltern: Als Pete Riley eines Morgens die Tür öffnet, steht vor ihm ein Mann, der seinem zweijährigen Sohn Theo wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Was Miles Lambert ihm offenbart, bringt Petes Welt ins Wanken: Die Söhne der beiden Familien sind nach der Geburt vertauscht worden, Miles und seine Frau sind Theos biologische Eltern. Nach dem ersten Schock beschließen die beiden Paare, die Kinder nicht aus ihren Familien zu reißen. Sie wollen gemeinsam einen Weg finden, am Leben ihres jeweils leiblichen Sohnes teilzuhaben. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Familien unterschiedlicher nicht sein könnten. Pete traut der heilen Welt im Hause Lambert immer weniger. Dann bringt eine Klage gegen das Krankenhaus, in dem der Fehler passiert ist, Verstörendes ans Tageslicht …

Meinung
Die Vorstellung einer Vertauschung eines geliebten Kindes ist der Albtraum eines jeden Elternteils. Genau diese Thematik spricht JP Delaney in seinem neuen Thriller. 
 
Pete und Maddie könnten als Paar nicht unterschiedlicher sein, dennoch ziehen beide diese Gegensätze an. Pete ist ein empathischer und gefühlvoller Mann, der nicht dem Bild eines „klassischen“ Partners entspricht. Im Buch wird er oft als „der heilige Pete“ bezeichnet. 
Als sein Sohn, Theo, auf die Welt kam, machte es ihm nichts aus, als freiberuflicher Journalist zuhause zu bleiben, um sich um den Kleinen zu kümmern. 
Maddie ist eine starke und in sich gekehrte Persönlichkeit, die kaum über Emotionen spricht und rational denkt. Zu Beginn empfand ich sie als gefühlskalt und emotionslos, doch im Verlauf der Handlung lernte ich sie von einer sensiblen Seite kennen. Sie hält durch ihren Job in der Werbebranche ihre Familie finanziell auf Trab, dennoch hütet sie ein Geheimnis, welches ihr zum Verhängnis.
 
Nebenbei lernt man Miles und Lucy kennen, die die wahren Eltern von Theo sind. Während Theo ein aufgeweckter Junge ist, kommt David, der Sohn von Pete und Maddie, nicht ohne die Hilfe seiner Eltern zurecht. 
Miles ist ein großartiger Charakter, den man abgrundtief hasst. Diesen Hass ihm gegenüber hat der Autor sehr gut übermittelt. Als Leserin bekam ich nicht die Sichtweise von Miles oder Lucy, dennoch genügten mir deren Taten aus Maddies oder Petes Beschreibung.
Während Miles im Laufe der Handlung soziopathische Züge aufwies, wirkte Lucy sehr zurückhaltend und kompromissbereit. Gleichzeitig spürte man ihre intensive Bindung zu David, die einer leiblichen Mutter glichen. 
Hier wird einem bewusst, dass man sich mit Geld alles erkaufen und seine Absichten besser durchsetzen kann. 
 
Der Thriller startet rasant, ohne jemals langatmig zu sein. Der Psychoterror erfolgt schleichend, so dass der Albtraum unvorhersehbar seinen Werdegang einnimmt. Dieser Strudel aus Verzweiflung und Unglück nahm einfach kein Ende. Ich hatte einfach nur Mitleid mit den beiden. Die gesamte Handlung wurde so real beschrieben, weshalb ich deren Zweifel und Ängste spüren konnte. Wenn man dachte, es kann nicht schlimmer werden, legte der Autor noch eine Schippe drauf. Maddie und Pete hielten sich an jedem Strohhalm fest, der ihnen geboten wurde, um so ihren Sohn nicht an einem Narzissten zu verlieren. 
 
Ich finde die intensive Recherche hinter der Geschichte sehr gelungen, denn dieses Thema habe ich zuvor nirgendwo gelesen. Das Ausmaß, in dem sich die Handlung entwickelte war geradezu erschreckend real. Über diesen Thriller könnte ich ununterbrochen schreiben, da es mich nach jedem Kapitel sprachlos zurückließ. 
 
Fazit
Aus der harmlosen und friedvollen Freundschaft und Vereinbarung wird ein grausamer Albtraum, aus dem kein Ende in Sicht ist. Es ist ein Psychothriller erster Klasse, welchen ich definitiv Re-Readen werde.



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Sonntag, 12. Februar 2023

[Rezension] Der Angstsammler


Originaltitel: The Patient
Herausgeber  :  Heyne Verlag (11. Oktober 2021)
Seiten: 256
ISBN-10: 345342654
ISBN-13  : 978-3453424654 

                                          
                                 Klappentext 

Ein rätselhafter Patient zieht den jungen Psychiater Parker H. in seinen Bann. Seit dem sechsten Lebensjahr wird der mittlerweile 30-jährige Mann, den alle nur „Joe“ nennen, in der düsteren Nervenheilanstalt in Neuengland verwahrt. Er gilt als nicht therapierbar. Jeder, der mit ihm spricht, verliert den Verstand oder begeht Selbstmord. Allen Warnungen zum Trotz beschließt der ehrgeizige Parker, „Joe“ in seiner Zelle zu besuchen. Dabei setzt er eine Kette von albtraumhaften Ereignissen in Gang, die seine schlimmsten Befürchtungen weit übertreffen…


Kritik
Es gibt Bücher, die mich zwiegespalten zurücklassen. Dieses Buch gehört zu dieser Sparte.

Der Psychiater, Parker, ist eine interessante und sehr gut ausgearbeitete Persönlichkeit. Seine Leidenschaft zu seinem Beruf lässt einem einen sehr guten Einblick in das Berufsfeld einsehen. Außerdem gefiel mir seine hartnäckige und zielstrebige Art. Als er auf einen besonderen Patienten trifft, weckt dieser sofort sein Interesse, weshalb er sich diesem Fall widmen wollte. 

Bei seinem Patienten, Joe, blickt man in die abgrundtiefe Psyche einer in sich gekehrten Person. Joe´s Verhalten und Charakter ist nicht nur mysteriös, sondern angsteinflößend, denn Menschen, die in irgendeiner Weise versuchen Kontakt zu ihm aufzunehmen, um ihm zu helfen, verändern sich auf unerklärliche Weise. Als Leser erfährt man stückweise von seiner Persönlichkeit, denn er bleibt einem bis kurz vor dem Ende sehr schleierhaft. Gleichzeitig fragt man sich immer wieder, wie er es schafft, dass sich die Leute so verändern können. 

Der Thriller steigt mit seiner Spannung rasant an, weshalb ich mich nicht davon lösen konnte. Doch zum Ende hin driftete es in eine nicht positiv erwartete Richtung, weshalb es mich mit großer Enttäuschung zurückließ. Aus diesem Grund würde ich es in das Genre Horror mit Thrillerelementen einstufen, da es einen übernatürlichen Touch einbezog. 

Der Schreibstil des Autors war sehr flüssig und gleichzeitig wusste er, wie er seinen Leser in seinen Bann zog. Mir gefiel sein krankhaftes Katz-und-Maus-Spiel ganz besonders, so dass ich durch die Seiten geradezu flog. 
Doch das Ende war einfach nur enttäuschend. 
Hinzu kommt, dass mir die Entwicklung einiger wichtiger Protagonisten fehlte, obwohl die eine große Rolle spielten.  

Fazit
Ein Buch, das, abgesehen vom Schluss, großes Potential hat. Fans von Stephen King werden es verschlingen.



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 Dank an den Heyne-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars







Sonntag, 22. Januar 2023

[Rezension] Der Plan

 


Originaltitel: The Lies I tell
Herausgeber  :  Heyne Verlag (26.04.2022)
Seiten: 384
ISBN-10: 3453426452 
ISBN-13  : 978-3453426450

                                           Klappentext 

Meg ist eine Meisterin der Täuschung, und sie hat nur ein Ziel: Gerechtigkeit. Sie schleicht sich in die Leben skrupelloser Männer, die sich auf Kosten von Frauen bereichern, und bringt diese um ihr Vermögen und ihren guten Ruf. Doch nun wird es Zeit für ihren letzten Plan: Endlich will sie den Mann zu Fall bringen, mit dem alles begann. Aber sie ahnt nicht, dass ihr jemand auf den Fersen ist. Es ist eine Frau. Und auch sie will Rache …


                                                             Meinung 

Ein Wort beschreibt diesen Thriller mit einem Wort: Jahreshighlight 2022. 

Ich wurde von der ersten bis zur letzten Seite in seinen Bann gerissen, so dass ich das Buch erst zum Ende hin aus der Hand legen konnte. 

 

Zwei Frauen treffen aufeinander, die vorgeben, jemand anderes zu sein, mit der Absicht, Rache auszuüben. 

 

Kat ist eine ehemalige Journalistin, die ihren Traumberuf nach einem traumatischen Zwischenfall an den Nagel legen muss. Den Grund dafür will sie einfach nicht vergessen, weshalb sie sich für ihre letzten 10 Jahre rächen möchte. Als sie dann die Möglichkeit hat, gerät sie in große Gewissensbisse und muss ihr Vorgehen überdenken. 

 

Meg führt als Immobilienmaklerin unter all den Reichen und Schönen ein interessantes Leben.

In ihrer Vergangenheit hat sie viel durchmachen müssen. So erfährt man, wie sie von einer Frau, die zuvor in ihrem Auto lebte, zu jemandem wurde, der Luxushäuser verkauft. Bis zu ihrem Ziel wurden ihr viele Steine in den Weg gelegt. Für den einen oder anderen Stein möchte sie Rache üben.  

 

Beide Frauen hätten nicht unterschiedlicher sein können. Doch ihre Vergangenheit verbindet sie, weshalb ich beide auf ihre Weisen mochte. Mich faszinierte und erschreckte gleichzeitig die Konstellation und der Umgang beider miteinander, denn als Leser wusste man zum Teil nur wenig über ihre Entscheidungen, weshalb man am liebsten in das Geschehen eingreifen wollte. 

 

Weiterhin überzeugt mich der Thriller mit den sehr gut ausgearbeiteten Protagonisten. Je mehr man die Protagonisten kennenlernte, desto mehr verstand ich ihre durchdachten Entscheidungen und konnte diese auch nachvollziehen. Sie wurden sehr bildlich beschrieben, weshalb ich beide sehr mochte. 

 

Die Autorin wusste einfach, wie und wann sie mit den zahlreichen Überraschungsmomenten bei mir eine sprachlose Pause auslöste. Ganz besonders die vielen unerwarteten Wendungen, machten das Buch zu einem grandiosen Pageturner. 

Die Rückblicke in die Vergangenheit der Charaktere spielten eine große Rolle, um so die Absichten von jedem einzelnen zu verstehen. 

 

                                                            Fazit


Der Thriller begeisterte mich mit der grandiosen Umsetzung der Grundidee. Die vielen Wendungen, Intrigen und faszinierenden Charaktere machten die Geschichte zu einem großen Highlight.  All meine hohen Erwartungen wurden erfüllt. Große Leseempfehlung!


 


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 Dank an den Heyne-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars



 

 

Freitag, 20. Januar 2023

[Rezension] Der Erstgeborene

 



Originaltitel: Lying beside You
Herausgeber  :  Goldmann Verlag (28.12.2022)
Seiten: 496
ISBN-10 :  3442316170
ISBN-13  :9783442316175


Klappentext 
Der Psychologe Cyrus Haven berät die Polizei in Nottingham bei der Aufklärung von Straftaten. Dabei wurde er als Jugendlicher selbst Opfer eines Verbrechens: Sein geistig verwirrter Bruder Elias ermordete die gesamte Familie, nur Cyrus überlebte das Massaker. Nun, 20 Jahre später, soll der angeblich geheilte Elias in Cyrus' Obhut entlassen werden – und konfrontiert diesen auf brutale Art mit seiner Vergangenheit. 
Zudem muss der Psychologe sich noch um sein Mündel Evie Cormac kümmern: eine aufsässige Teenagerin mit der Gabe, jede Lüge zu enttarnen. Als Cyrus in einem Mordfall ermittelt und Evie dem Täter allzu nahe kommt, geraten sie beide in tödliche Gefahr ...


                                                            Meinung 


Michael Robotham konnte mich mit seinem Buch „Wenn du mir gehörst“ sehr von sich überzeugen. Ich hatte das Buch einfach nur verschlungen.

„Der Erstgeborene“ ist der 3. Band der Cyrus-Haven-Reihe, dennoch kann man dieses Buch unabhängig von den anderen Teilen lesen. Es wäre natürlich vorteilhaft, da man die Vorgeschichte besser kennt. Jedoch erfährt man in diesem Buch genaueres über die Vergangenheit der Protagonisten und kommt somit problemlos in die Geschichte hinein.

 

Wie der Titel schon sagt, lernen wir den älteren Bruder von Cyrus Haven kennen. Cyrus ist mit seinen 33 Jahren ein junger forensischer Psychologe und Profiler. 

Er machte einen unfassbar positiven Eindruck auf mich, denn er stellt einen großzügigen und gerechten Charakter dar, der sich sehr gut in andere hineinversetzen kann.

Mir gefiel sein fürsorglicher Umgang mit Evie, denn obwohl sie 21 Jahre alt ist, stellt er mit seiner Erfahrung und seinem Bildungsstand eine Autoritätsfigur für sie dar. Dies ist natürlich nicht nach Evies Vorstellung, denn sie hegt Gefühle für ihn, die er jedoch nicht erwidert.

 

Elias, 39 Jahre, wird von einem Komitee nach jahrelangem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik für tageweise Verlassung in die Obhut seines Bruders entlassen. 

Großer Kritikpunkt: Ich habe kaum etwas über ihn erfahren. Obwohl er im Titel und Klappentext erwähnt wird, stellt er kaum eine Rolle im Thriller dar. Er war einfach eine Nebenfigur, die zum Schluss kurz seinen Auftritt hatte.  

 

Evie wohnt nach einem schrecklichen Vorfall bei Cyrus, der ihr beim Neustart und Zurechtkommen in die Gesellschaft hilft. 

Evie wirkte zeitweise kindlich, obwohl sie sich Cyrus gegenüber erwachsen beweisen möchte, trifft sie immer wieder naive Entscheidungen. Dies führt auf ihr Traumata zurück, welches sie an einigen alltäglichen Tätigkeiten einholt und sie sich nicht unter Kontrolle hat. Zeitweise machte sie auf mich den Eindruck einer unbeholfenen Teenagerin. Da tat ihre besondere Gabe, nämlich zu Erkennen ob jemand lügt, nichts zur Sache. In einigen Momenten musste ich nur die Augen rollen, weil ihr Verhalten nicht nachvollziehbar war und sie selbst merkte, dass sie sich kindisch verhielt. 

 

Zu Beginn habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Ich fand die Handlung spannend, ich fand die Charaktere gut ausgearbeitet und die Grundidee einfallsreich. Aber die Umsetzung war nicht spannend genug, bzw. es entsprach nicht meinen hohen Erwartungen, denn der Klappentext versprach viel mehr, als dass das Buch hergab. Zeitweise war ich gefesselt von der Szene, aber das Gesamtbild konnte mich nicht überzeugen. 

 

Zum Großteil empfand ich das Buch als langatmig. Dies passierte mir bei seinem letzten Buch gar nicht. 

Die Handlung verlief in eine ganz andere Richtung und es hatte kaum etwas mit dem Klappentext und dem Titel zu tun. Zum Teil hatte ich das Gefühl, ich hätte ein anderes Buch in der Hand. Außerdem war das Ende so vorhersehbar, dass es mich nicht überraschte.

 

                                                    Fazit

Obwohl ich einen sehr guten Start mit dem Autor hatte, wurde ich mit diesem Teil unfassbar enttäuscht. Die Konstellation von Cyrus und Evie hat mir gefallen, dennoch schafften sie, mich von dem Gesamtbild nicht zu überzeugen. Es gefehlten mir die überraschenden Wendungen. Stattdessen bekommt man alles das geliefert, was man schon oft in anderen Thrillern gelesen hat.





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Dank an den Goldmann-Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars